Abschied oder Weil die Scheiben nur Fenster in eine Richtung sind und Du auf der Seite stehst, die nur Dich selbst zeigt.

Das ist es also. Du sagst Tschüss und lächelst tapfer mit bayrisch bemalten Lippen am grau beleuchteten Bahnsteig. Umarmst ihn fest und lang, so wie ein Windhauch. Und kein Laut kommt aus Deinem ratlos dampfenden Mund mehr heraus. Du folgst mit einfrierenden Augenwinkeln zwei Einstiegsstufen und eine Kurve lang dem traurigen Bild eines Rückens, der sich von Dir wegbewegt. Und weißt nun nicht einmal, in welche Richtung Du winken sollst. Weil die Scheiben nur Fenster in eine Richtung sind und Du auf der Seite stehst, die nur Dich selbst zeigt. Einbahnstraße Abschied. Du willst Dir nicht selbst zuwinken, lässt die nutzlosen Hände in den Taschen versinken. Und schaust weiter Dir selbst bei Deiner Hilflosigkeit des Augenblicks zu, während die Frau im Abteil auf der Seite jenseits des Glases sicher denkt, Du würdest ihr auf die Haare starren. So geht Selbstreflexion wohl auch, denkst Du, während Du Dich und die Welt hinter Dir durch ein Glitzern im Spiegel zuerst verschwimmen und schließlich erstarren siehst. Vielleicht knistert etwas in Deinem Gesicht. Oder nicht. Vielleicht hast Du Dich auch getäuscht. Und dann, nach stundenlangen Minuten, setzt sich der Zug in Bewegung und Du siehst Dich wegfahren. Siehst den Bahnsteig und die Menschen vorüberziehen und schließlich verschwinden. Aber nein, das stimmt nicht. Du bist ja der, der zurückbleibt.
Und weil es dem Himmel gerade passend erscheint, beginnt er das Licht zu dimmen. Und in den letzten Resten Licht läufst Du vor Deinem Spiegelbild davon und dorthin zurück, wo die Monster unter dem Bett Namen haben.

- hoch21 

Time was passing like a hand waving from a train I wanted to be on.
I hope you never have to think about anything as much as I think about you.

Jonathan Safran Foer (via dedosconpolvo)

Eins, zwei, drei im Sauseschritt
eilt die Zeit - wir eilen mit!

Sprach der Bahnhof | Wilhelm Busch

Happiness is a choice, not a result. Nothing will make you happy until you choose to be happy. No person will make you happy unless you decide to be happy. Your happiness will not come to you. It can only come from you.

Ralph Marston  (via annalaman)

You have to be odd to be number one

Dr. Seuss

Wir starrten in den Himmel und fanden uns mit der leisen Ahnung wieder, dort etwas gewaltiges vor uns zu haben. Wir stellten uns vor, dass dort die Götter zu finden seien müssten, denn was wenn nicht die Sterne war ewig und allgegenwärtig. Wir erfanden Ziffern und Zahlen um quantifizieren zu können, uns vorzugaukeln wir könnten begreifen, egal wie groß oder klein das war, was vor uns lag. Wir bauten Teleskope, größer als Wohnhäuser, um die Sterne zu vermessen und blickten so weit, wie die Zeit uns nur blicken ließ. Wir fanden auch dieses Mal Wege und Zahlen, um dieser Größe, dieser Weite einen Namen zu geben. Mehr als 15 Milliarden Lichtjahre. Wir sahen das vergangene Antlitz von Dingen, die vor mehr als 15 Milliarden Jahren existierten und dabei versagt doch schon jede Relation, die über unser eigenes Gestirn und seine Trabanten hinaus geht. Weil diese Dimensionen schlicht nicht in einen irdischen Vergleich zu bringen sind, unsere, die Vorstellungskraft von uns kleinen Menschen, deren Leben nicht mal einen Wimpernschlag im Alter von all dem ausmacht, um so vieles überschreitet.

Und dann ist da deine Hand, die Ahnung, dass ich sie eines Tages unterdensternen in meiner wissen werde, so wie sie vor wenigen Tagen noch in ihr ruhte und das Gefühl, dass es keinen Blick in den Himmel bedürfen würde, um etwas zu finden, was zu groß erscheint, als dass es mein Verstand je greifen könnte. Es ist mein Herz, das unablässig, in jeder Sekunde aus meiner Brust brechen und zu dir will, mir die Kehle zuschnürt und meine Lippen zu trocken erscheinen lässt. Mein Herz, das seine Sehnsucht und Leidenschaft mit jedem Schlag gewaltsam unter das Blut mischt, das meinen Körper durchströmt. Wie kalt ich gewesen sein muss, dass mich nun diese Wärme wohlig schmerzt.

Ich spüre das Meer in mir, mit all seinen Stürmen und schmecke noch immer das Salz auf meinen Lippen, das ich von deiner Haut küsste, als ich es über uns kommen ließ, spüre noch immer deine Haut an meinen Fingerspitzen.