Zeitreisen

Die Vergangenheit begrüßt mich mit einem Meer aus gelben Rapsblüten, über dass der Wind verworrene grüne Linien wirft, die wie Wellen an dem steinig-sandigen Feldweg zu meinen Füßen branden. Links davon - keine 500 Meter entfernt - der Wald, und rechts, mehr Felder, die sich durch eine Senke ziehen, vereinzelte Gruppen von Bäumen, die wie Felsformationen aus dem gelben Meer ragen. Und hinter mir, gerahmt von einem Zaun aus fast schwarzem Holz und versteckt hinter einer Reihe von hohen Nadelbäumen, ein altes, verblichenes Polaroid, dass den Schritt durch das rostrote Tor zum Schritt durch eine Leinwand aus Zelluloid werden lässt. Ein Schritt, der verheilte Narben wieder bluten und längst verlorene Dinge wieder schmerzen lässt.

Mehr als vier Jahre sind in der Welt vergangen, während an diesem Ort, nur einen Schritt entfernt, die Zeit stehen geblieben ist. Ich wusste, die Rückkehr würde sich anfühlen, als hätte ich ihr erst gestern die Tür auf gehalten, während wir uns verabschiedeten, als hätte ich sie über Nacht verloren und als würde mir nun jede Türklinke, die ich in die Hand nahm, die selbige schütteln und mir fassungslose Kondolenzen zu ihrem plötzlichen Verschwinden aussprechen.