[…]
Jetzt habe ich das schlimmste Déjà-Vu meines Lebens. Denn ich lernte das alles schon mal vor nicht all zu langer Zeit. Dass es einen Punkt gibt, an dem man nichts mehr machen kann und alles Leid, das man bereit ist zu ertragen, alle Hoffnung und alle Energie die man aufbringt, alles was man bereit ist zu geben, jeder einzelne kleine Verrat den man an sich selbst begeht, am Ende auf der Waagschale die entscheidet ob jemand einen Liebt, absolut nichtig sind. Ich wusste schon lange, dass ich einfach hätte gehen sollen, aber ich konnte es einfach nicht, wollte nicht aufgeben. Was mich nun also aufwühlt ist die Frage, wie viel Empirie ich noch ertragen muss, bis ich endlich verstehe, dass mein Verständnis von Liebe nicht kohärent mit dem der Allgemeinheit ist. Es bringt mich zum verzweifeln, wenn ich ehrlich sein soll, denn eigentlich, auch wenn das wohl ziemlich vermessen ist, war ich immer überzeugt davon, dass es die bessere Liebe ist. Was mich aufwühlt ist also meine eigene Inkonsequenz, die Unfähigkeit aus diesen Fehlern zu lernen oder zumindest das Gelernte in die Tat umzusetzen, meine eigene lächerliche Idiotie.

Wird mal wieder Zeit für nen neues Theme, schätze ich..

Ihre Fotografie schmeckt bitter. Kann sich bitte mal melden, wer mir glaubt, dass ich ihr Foto küsse? Sie wollte es nicht glauben, oder es hat sie traurig gemacht oder eher wütend und sie hat gesagt, du hast mich nie so geküsst, wie du mein chemisch bitteres Highschoolfoto küsst, die Gründe, warum du mein Foto küsst, haben alle nur mit dir zu tun, nicht mit mir. […]
Ich küsse ihr bitteres Foto, Es ist milchig vom Küssen. Ich erkenne den Umriss meiner Lippen auf ihrem Bild. Ich lerne weiterhin von ihr, ohne dass sie es weiß. […]
Das Foto ist ein Miniporträt von Sears, zu groß für jede Brieftasche, also hab ich extra eine Hülle gekauft, eine gerahmte Schutzhülle mit Ständer aus dickem lakritzschwarzem Karton. Die Hülle ist jetzt über der Sonnenblende festgeklemmt, neben einem Mautschein, über dem Beifahrersitz im Wagen meiner Mutter. Ich lass die Fenster hochgekurbelt um jede Möglichkeit zu negieren, dass das Foto herumgeweht und beschädigt wird. Im Juni lasse ich in einem Auto ohne Klimaanlage ihrem Foto zuliebe alle Fenster zu. Sagt das etwa nicht schon alles?

Ich sehe das, wie ich ein Unwetter kommen sehe.

David Foster Wallace | Hier und dort (Alles ist Grün)

Die Einsamkeit ist wie ein Regen.
Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen;
von Ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum Himmel, der sie immer hat.
Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstunden,
wenn sich nach Morgen wenden alle Gassen
und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig von einander lassen;
und wenn die Menschen, die einander hassen,
in einem Bett zusammen schlafen müssen:

dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen…

Rainer Maria Rilke (via ilostmyheartatsea)

People don’t like love, they like that flittery flirty feeling. They don’t love love - love is sacrificial, love is ferocious, it’s not emotive. Our culture doesn’t love love, it loves the idea of love. It wants the emotion without paying anything for it. It’s ridiculous.

Matt Chandler (via lipstick-bullet)